Julia-Nora Lorenzen | Weinhof Juno
Veröffentlicht am 16. Feb, 2011 von Julia-Nora Lorenzen in Winzer aus Zürich
Ich verstehe mich als eine Winzerin, die ihre Umwelt eingehend beobachtet und nach dem Vorbild der Natur wirtschaftet. Traditioneller Handwerkskunst folgend, begleite ich die Reben in ihrer individuellen, sortentypischen Entfaltung und dränge sie nicht in eine bestimmte Richtung. So wenig wie möglich greife ich in das Ökosystem Rebberg ein, um das Terroir im Wein wiederzufinden. Künstliche Düngung und Spritzmittel kommen bei mir nicht zum Einsatz – meine Rebstöcke müssen sich aus eigener Kraft versorgen können und naturgegebene Abwehrkräfte (re)aktivieren. Dabei unterstütze ich sie mit all meinem Können und meinem Gespür. Und schließlich braucht es nur noch ein wenig Geduld, jedem Wein seine ganz eigene Zeit zum Reifen zu geben.
Mein Motto: Wein werden lassen statt Wein machen!
Julia-Nora Lorenzen – Winzerin & Dipl.-Ing. Weinbau / Oenologie
Weinhof Juno
Burghof 10
8475 Ossingen
E-Mail julianora.lorenzen@gmail.com
Web www.weinhof-juno.ch




Uwe Schlieder
Feb 17th, 2011
Liebe Julia,
viel Erfolg und Spaß bei der Ausübung Deiner Leidenschft und Berufung….freue mich schon, das erste Fläschlein Deines neuen Jahrgangs genießen zu dürfen
Ein schönes Motto….Wein vom Weinhof Juno müsste man sein….
Liebe Grüße aus Geisenheim
Uwe
Peter Ritzmann
Jun 11th, 2011
Hallo Frau Ju-No Lorenzen,
Habe Ihren Bericht in der Zeitschrift “Ladies Drive” gelesen und bin gespannt auf Ihren neuen Zweigelt aus dem Thurtal. Bitte informieren Sie mich, wann die Degustation stattfindet.
Ich freue mich, Sie kennen zu lernen.
Ihr Garagist und Zweigelt-Liebhaber ganz in Ihrer Nähe!
Peter Ritzmann
Garage Peter Ritzmann AG
Schaffhauserstrasse 62
Rhaue, Reinhard
Okt 23rd, 2011
Zweigelt Selektion mit Julia Lorenzen
Seit meiner Kindheit weiß ich, dass die Ernte von Weintrauben eine spannende Angelegenheit ist und hier die Basis für ein gutes Endprodukt gelegt wird. Dass man aber mit zwei mal zwei fachkundigen Augen und zwei Traubenscheren so viele Stunden aufwendet, um 300kg makellose Zweigelt-Beeren zu ernten, war für mich neu. Dass man wartet, bis sich auch die letzten Nebelschleier aufgelöst haben, damit keine externe Feuchtigkeit die Konzentration der Inhaltsstoffe verdünnt und jede, auch noch so wunderschöne Traube überprüft wird, ob sich nicht doch eine von Fäulnis befallene Beere in ihr befindet. Was für ein Aufwand! Selbst edelfaule Beeren, die bestimmt einen hochwertigen Rosé ergeben oder einen Schillerwein veredelt hätten, landeten nicht in Kiste 2, sondern auf dem Boden. So wurden an diesem Tag auch die kleinen Bodenbewohner des Burghofes in Ossingen bei Schaffhausen und die geflügelten Gäste glücklich.
Als die Sonne ihre Tagesbahn beendet hatte und ich schon längst wieder an meinen Unterrichtsvorbereitungen saß, schaute sich Julia Lorenzen detektivisch im Licht der Lampen das Ergebnis unserer Auslese an und prüfte, ob wir nicht doch eine Beere übersehen hatten, die nicht in ihren Zweigelt gehört.
Erst dann brachte sie die weiteren Veredelungsschritte auf den Weg.
Nun sitze ich in Kairo und denke darüber nach, wie in ihrem Keller noch immer die Maischegärung im Gange ist, damit auch jedes noch so versteckte Farbpigment aus der Schale gelöst wird.
Der Schweizer Winter wird kommen und wieder gehen, bis sie mit sich selbst und ihrem Werk zufrieden ist, für das es sicher nur ein Attribut gibt: Hervorragend!